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Freitag, 10. Januar 2020, 14.30 und 19.30 Uhr
212. Veranstaltung

Musikalische Schätze aus der Wunderkammer Augusts des Starken zum 350. Geburtstag

Julla von Landsberg – Sopran
Anne Schumann – Violine, Viola d'amore
Elisabeth Seitz – Hackbrett
Johanna Seitz – Harfe
Klaus Voigt – Viola da spalla

August der Starke (1670 –1733) erlebte als junger Prinz den Bau des Palais Großer Garten.
Er war später nicht nur sächsischer Kurfürst und polnischer König sondern bekanntlich u.a. auch Kunstliebhaber und Genießer. Noch heute reisen unzählige Besucher nach Dresden, um seine Kunstschätze zu bewundern. Er sammelte Kostbarkeiten aus Diamanten, Elfenbein, Porzellan, ließ in Sandstein bauen und formen. Seiner Hofkapelle gehörten hervorragende Musiker an, die weit über die Grenzen Sachsens berühmt waren. Um einige davon soll es in unserem (diesem) Konzert gehen: Johann Georg Pisendel, der die Streicher der Hofkapelle auf ein höheres Niveau brachte als je zuvor. Pantaleon Hebenstreit, der beim Kurfürst-König wohl das höchste Gehalt erhielt und ihm immer auf seinem neu erfundenen besonderen Hackbrett, dem Pantaleon, vorspielen musste. Georg Gebel, der ebenfalls das Pantaleon erlernte, von dem wir aber eine Sonate für Violine, Harfe und Bass spielen wollen.

Die Musik hat im Gegensatz zu den anderen Künsten noch eine weitere Ebene, die des Klanges. Diese Klangschätze, die August um sich hatte, möchten wir mit unseren besonderen Instrumenten wiederentdecken. Wir entführen den Hörer in eine private Mußestunde August des Starken mit einer seiner Mätressen. Die zarte, liebliche Viola d'amore wird von der klangvollen Harfe und einem kleinen Cello begleitet, dazu gesellt sich das silbrige virtuose Salterio, ein etwas kleineres Hackbrett als das von Hebenstreit entwickelte.
Lauschen Sie den musikalischen Juwelen im Grünen Gewölbe des Klanges zur Zeit Augusts des Starken am Dresdner Hof, dessen Geburtstag sich 2020 zum 350. mal jährt.





Freitag, 7. Februar 2020, 14.30 und 19.30 Uhr
213. Veranstaltung

Virtuose Flötenmusik des 18. Jahrhunderts aus Frankreich und Deutschland
Werke von Joseph Bodin de Boismortier (1689 – 1755), Pierre Danican Philidor (1681 – 1731),Johann Joachim Quantz (1697 – 1773) und Georg Philipp Telemann (1681 – 1767)

Trio Flautissimo Leipzig:
Ulrike Wolf, Johanna Baumgärtel, Anne-Kathrin Ludwig – Traversflöten/Blockflöten

Die Flötistinnen des Trio Flautissimo Leipzig verbindet eine langjährige musikalische Freundschaft und Hingezogenheit zur Alten Musik, gemeinsames Musizieren in Leipziger Ensembles und der Anspruch auf lebendige Musikvermittlung. Die Ensemblemitglieder studierten an renommierten Hochschulen in Brüssel, Den Haag und Trossingen bei Lehrern wie Barthold Kuijken, Kate Clark und Linde Brunnmeyer, bevor sie sich verschiedenen Konzert-und Lehrtätigkeiten im In- und Ausland widmeten.





Freitag, 27. März 2020, 14.30 und 19.30 Uhr
214. Veranstaltung

Die Jahre im Zoo
Lesung mit Durs Grünbein

Kleine Hymnen
zeitgenössisch-improvisierte Musik von und mit Anna Katharina Schumann und Thomas Friedlaender (Zinken, Hörner und Trompeten)

Durs Grünbein, geb. 1962, aufgewachsen in Dresden, lebt in Rom und Berlin und gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Poeten der Gegenwart.
Die Lesung steht in der Reihe einiger bereits im Rahmen von OFFENES PALAIS präsentierter zeitgenössischer Schriftssteller. Nach den Auftritten Thomas Rosenlöcher und Christian Lehnert erlebt das Publikum am 27.März 2020 den mehrfach ausgezeichneten Dichter Durs Grünbein.

Hellerau, die Gartenstadt am Rande Dresdens, zu Beginn des 20. Jahrhunderts Station für Kafka, Rilke, Benn und viele andere, wird für Durs Grünbein zu einer Stätte von prägender Kraft für den eigenen Lebensweg. Von hier aus geht es hinein in das Jahrhundert: Die Schicksale der Vorfahren väter- und mütterlicherseits ebenso wie das ihm überlieferte Trauma der Zerstörung Dresdens sind Erzählungen, die tief in den Kreis seiner eigenen Erfahrungen eindringen. Über das atmosphärisch dichte Erlebnis der heimatlichen Brachen und der russischen Besatzung öffnet sich in dieser äußersten Ecke des östlichen Deutschland ein konkreter Raum des Erinnerns. So entsteht das Bild seiner Kindheit – am Rand der Geschichte in den langen Sommern des Kalten Krieges.
Freundschaften und frühes Leid, schulische Erfahrungen und erste Lektüren, Lieblingsspielzeuge, Träume, Phantasien und Phantasmen entfalten sich in einem farbenreichen Kaleidoskop aus autobiographischer Prosa, Poemen, Reflexionen und, nicht zuletzt, vielen Funden aus der reichen Bildersammlung des Dichters.





Freitag, 24. April 2020, 14.30 und 19.30 Uhr
215. Veranstaltung

CANTO NOVELLO: Maria!
Italienische Lieder aus dem 13. Jahrhundert

ARS CHORALIS COELN
Leitung: Maria Jonas
Cora Schmeiser, Stefanie Brijoux, Pamela Petsch, Maria Jonas - Gesang
Susanne Ansorg – Fidel, Flocken
als Gast: Thomas Friedlaender – Schlagwerk

Das Unbehagen vieler Christen innerhalb der Institution Kirche ist keineswegs ein Phänomen unserer Zeit. Bereits im Mittelalter hatten Spannungen zwischen der hierarchisch erstarrten Kirche und der volkstümlichen Religiosität dazu geführt, dass viele Gläubige ihr religiöses Leben außerhalb liturgisch gebundener Riten fortsetzten im Sinne des heiligen Franz von Assisi, dem »poverello«, der sich von der kirchlichen Prunkentfaltung abgewandt hatte. Sie beriefen sich auf seine Botschaft der geistigen Erneuerung, versammelten sich in Bruderschaften, den Compagnie delle Laude, zogen in Prozessionen durch die Straßen umbrischer Städte und Dörfer und sangen Lieder zu Ehren Gottes, der Jungfrau Maria und der Heiligen. Die Frömmigkeit der Laudesi war nicht an die liturgische Ordnung der Kirche gebunden, und ihre Musik entwickelte sich in einem Geist der Unabhängigkeit, Einfachheit und Volksverbundenheit. Im Mittelpunkt ihrer Verehrung stand die Gottesmutter Maria: weit mehr als die Hälfte der überlieferten Lieder sind ihr gewidmet.
»Canto Novello« – Lieder einer geistigen Erneuerung, einer sozialen und musikalischen: ein Schmelztiegel aus jahrhundertealten Traditionen der Musik der christlichen Kirche und der reichen Poesie des Volkes, individuell, kraftvoll und mitreißend.

»Ob Engel oder Teufel, ob Himmelskraft oder Laster, ob Ketzerin oder Heilige – mit einer erstaunlichen und höchst überzeugenden Selbstverständlichkeit schlüpfen die Frauen von Ars Choralis Cöln in die verschiedensten mittelalterlichen Rollen und Gewänder und bringen Musik zum Klingen, die in der Tiefe berührt und Geschichte lebendig werden lässt. Die Ensembleleiterin Maria Jonas ist ein echtes Unikat und ein sprudelnder Quell permanenter Ideen. Gäbe es sie nicht, müsste man sie erfinden! Im Bereich der Alten Musik spielen ihre Projekte eine bedeutende Rolle und die Frauenschola ermöglicht äußerst wertvolle und mitunter sehr aufschlussreiche Einblicke in die Musik des Mittelalters und in die Rolle, die vor allem Frauen darin spielten. Immer wieder stehen sie im Fokus der Programme, deren Titel oft schon darauf hinweisen, was Frauen im Mittelalter verkörperten oder waren. Da entstehen Bilder von Klosterfrauen und Heiligen, von verklärten und engelsgleichen Gestalten. Aber auch Abtrünnige, verfolgte und verkannte Heldinnen des Glaubens präsentieren sich in Text und Musik und gemeinsam mit den Instrumentalistinnen an Glocke, Hackbrett, Harfe, Fidel und Flöte stellen die Sängerinnen die Musik des Mittelalters in höchst sensibler Gestaltung und klanglich einzigartiger Farbigkeit vor. Für die Relevanz und Güte der Musik dieser Zeit stehen Maria Jonas und die Frauen der Kölner Schola mit Herz und Verstand und ohne sie wäre die Alte Musik Szene deutlich ärmer.«
Christina Hartmann

Festival-Referenzen:
Styriarte (A), PSALM (A), Festival de Semana Sancta Cuenca (SP), Schleswig Holstein Musikfestival, Rheinvokal, Romanischer Sommer Köln, Alte Musikfestival Köln, Hohenloher Musiksommer, Quedlinburger Musiksommer, Festliche Tage Alter Musik Knechtsteden, Festival Voix et Route Romane (F), AbendmusikLebensmusik Innsbruck (A), Trigonale in Kärnten (A), Montalbane (Freyburg a.d. Unstrut), MDR-Musiksommer, Uckermärkische Musikwochen, Muzyka w Raju in Paradyz (PL)








ÄNDERUNGEN IM PROGRAMM SIND NICHT BEABSICHTIGT ABER VORBEHALTEN.


Konzept und Organisation: Thomas Friedlaender und Marius Winzeler

Wir bedanken uns herzlich für die hervorragende Zusammenarbeit und großartige Unterstützung durch alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle Großer Garten, insbesondere bei Christine Schiebold, Jana Kursave und Hartmut Haupt.

Außerdem bedanken wir uns ebenso herzlich bei Georgia Zwanzig, Dr. Christina Siegfried, Dr. Peter Reidemeister (Basel) und den Mitarbeiterinnen der Bürgerstiftung Dresden.

Herzlicher Dank für freundliche Unterstützung:


 
Kassensystem Einzelhandel
Kassensystem Einzelhandel



Bürgerstiftung Dresden, Pianohaus Gäbler, Carola Behnisch, Dr. Günter Voigt, Marius Winzeler, Christfried Drescher, Dresdner Volksbank Raiffeisenbank, Müller`s Fahrradladen