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Dienstag, 8. Januar 2019, 14.30 und 19.30 Uhr
203. Veranstaltung

ZU BETHLEHEM GEBOREN
die schönsten Kirchenlieder aus dem Weihnachtsfestkreis zum Mitsingen und in kunstvollen Bearbeitungen

Jan Katzschke - Gesang, Orgel und Moderation
Thomas Friedlaender - Zink, Zimbeln und Klapperhölzer
Stefan Kunath - Alt

Für keine Jahreszeit entstanden über die Jahrhunderte hinweg mehr und schönere Lieder als zum Weihnachtsfestkreis. Die meisten von ihnen, schon viele Jahrhunderte alt, erweisen sich bis heute jedes Jahr neu aktuell und begeistern religiöse wie nicht religiöse Menschen - ein Phänomen, das auf kaum ein weiteres Segment der Musikgeschichte in diesem Maße zutreffen dürfte. Fast jeder Liedtext hatte eine sehr persönliche Entstehungsgeschichte, bevor er zum Allgemeingut wurde. Und wenn meisterhafte Melodien sich gleichermaßen zum erhebenden geselligen Singen wie zur Grundlage kunstvoller mehrstimmiger Musik eignen, beides sogar lebendig ineinander greift und die Grenzen verschwimmen, scheint die Musik in einer ihrer lebendigsten Bestimmungen angekommen. Wir laden ein zum gemeinsamen Singen, Hören und (Neu-)Entdecken dieses unermesslichen Reichtums unserer Kultur!





Dienstag, 12. Februar 2019, 14.30 und 19.30 Uhr
204. Veranstaltung

LAILAH - Lieder der drei abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Isalm

Chasan Jalda Rebling (Berlin), Maria Jonas (Köln) und Zahra Samadi (Berlin) - Gesang
Bassem Hawar - Djoze (irakische Kniegeige)

LAILAH ist ein interkulturelles-religiöses Projekt, welches die Grenzen zwischen den drei Religionen Judentum, Christentum und Islam musikalisch überschreitet, um zu ihren antiken Ursprüngen zurückzukehren. Gemeinsamkeiten werden entdeckt, ohne die Verschiedenheit der Wege aufzugeben. Im Zentrum steht der musikalische Dialog, bzw. Trialog. Was alle miteinander teilen können, sind musikalische Wurzeln, die auf gemeinsame modale Ursprünge zurückgeführt werden können. Hier beginnt die Entdeckungsreise.
Ausgangspunkt sind die Psalmen, die im jüdischen wie christlichen Leben einen wichtigen Platz einnehmen. Das Wort “Psalm” leitet sich vom griechischen Wort “psalmos” her und meint ein Lied, das unter Begleitung eines Saiteninstrumentes gesungen wird. Das Judentum spricht vom “Buch der Lobgesänge”. Es sind Lobgesänge, die zu den festgesetzten Gebetszeiten in der Synagoge und zu Hause gesagt (gesungen) werden. Sie sind im Alltag der Menschen bis zum heutigen Tag vertraut. Im christlichen Kontext haben die Psalmen ihren Platz im Gottesdienst und im Stundengebet. Die ersten Christen haben die festen Gebetsstunden der Juden übernommen und so entstand für das Klosterleben im Mittelalter bis heute ein fester Tagesrhythmus.
Im Heiligen Qur'an finden sich keine Psalmen, doch an zwei Stellen werden die Psalmen (arabisch: Zabur) namentlich erwähnt: “Wir gaben dir eine Offenbarung, wie Wir Noah und den Propheten nach ihm offenbart haben. Und Wir offenbarten (auch) Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und den Stämmen, Jesus, Hiob, Jonas, Aaron und Salomo. Und Wir ließen David die Psalmen zukommen”. Zudem kann man eindrückliche Parallelen in Stilistik und Motivik zwischen vielen Suren und Psalmen herstellen. Es lassen sich nicht weniger als 141 Psalmen-Reminiszenzen im Koran auflisten, die in der Forschung immer noch der gründlichen Auswertung harren. Einige dieser Aspekte herauszuarbeiten war und ist wesentlicher Bestandteil der (jahrelangen!) gemeinsamen Arbeit der Mitwirkenden.
In der jüdischer und orientalischen Gesangstradition wurde und wird das Wissen um die Melodien der Lieder von Mund zu Ohr weitergegeben, ganz in mittelalterlicher Tradition. Darum gibt es nur vereinzelte Aufzeichnungen jüdischer Musik vor dem 16. Jahrhundert. So sind die Melodien für die Psalmen (Tehilim), Sprüche der Väter (Mishli) und das Buch Hiob völlig verloren gegangen. Im Orient hat sich diese orale Tradition bis heute erhalten und es gibt ebenso keinerlei Notationen für die Koranrezitationen. Im Christentum dagegen wurden die liturgischen Melodien ab ca. dem 9. Jahrhundert aufgeschrieben, zunächst in unlinierten Neumen. Heute sind wir im Westen ganz und gar abhängig von aufgeschriebener Musik.
Vom Boden rund um das Mittelmeer kamen die Propheten und pflanzten entlang der Küsten ihre drei Religionen: Judentum - Christentum - Islam. Das mediterrane Mosaik aus Vergangenheit und Gegenwart beschäftigt heute noch das Weltgeschehen.

Vielleicht können wir mit unserem gemeinsamen Singen den religiösen Nachbarn ein Stück näher kommen?





Dienstag, 12. März 2019, 14.30 und 19.30 Uhr
205. Veranstaltung

Frühbarocker Reiz des Südens - Künstler aus Sachsen in Italien und umgekehrt.
Kunstbetrachtung mit Dr. Marius Winzeler, Nationalgalerie Prag

Italienische Zeiten - Musik am Dresdner Hof des 17.Jahrhunderts
Musik von Schütz, Albrici, Peranda, Farina, Dedekind, Bernhard und Vierdanck.

Ensemble Mandelkärn (Basel)
Anna Bachleitner – Gesang
Natalie Carducci – Violine
Lukas Hamberger – Violine
Mathilde Gomas – Gambe
Julio Caballero Perez – Cembalo

Italienische Zeiten - Musik am Dresdner Hof des 17.Jahrhunderts
Dass Dresden bis heute den Beinamen “Elbflorenz” trägt, ist zwar eher der spätbarocken Architektur der Stadt und dem 19.Jahrhundert geschuldet, aber schon während der kurfürstlichen Zeit des 16.Jahrhunderts bestanden enge Beziehungen zu Italien, besonders nach Florenz. In dieser Zeit entwickelte sich der Hof der Kurfürsten von Sachsen zu einem der mächtigsten Europas. Und dank kunstinteressierter Herrscher, wurde die Macht auch in Kunst und Kultur zur Schau gestellt. Dresden stieg zu einer Kulturmetropole auf und die sächsische Hofkapelle wurde weit über die Grenzen Mitteleuropas hinaus bekannt. Über die Zeit standen ihr einige der bekanntesten und besten Musiker ihrer Zeit vor. Um einige Namen zu nennen: Michael Praetorius, Leo Hassler, Heinrich Schütz, Vincenzo Albrici, Christoph Bernhard, Johann David Heinichen, Jan Dismas Zelenka...
Heinrich Schütz brachte die “Seconda Practica” und damit die erste, große Blütezeit. Er schrieb die ersten Stücke in dem neuen, modernen Stil und revolutionierte somit die geistliche Musik Nord- und Mitteleuropas. Doch schon bald überzog der 30-Jährige Krieg das Land mit Elend, Tod und Verwüstung. 1631 erreichten die Ausläufer Dresden. Der Kurfürst verließ die Stadt, das höfische Leben brach zusammen und die nächsten Jahre kam der musikalische Betrieb quasi zum Erliegen.
Erst nach 1654 trat eine Erholung ein. Doch zu diesem Zeitpunkt gehörte Schütz zum “alten Eisen”. Seine Musik war “altbacken” - aus der Mode gekommen. Mehrfach erbat er eine Versetzung in den Ruhestand. Aber erst der neue Kurfürst Johann Georg II., der eine Vorliebe für italienische Musik hatte, lies einen teilweisen Rückzug Schütz zu. Johann Georg II. legte seine private Kapelle, die nur aus italienischen Musikern bestand, mit der hauptsächlich deutschen Hofkapelle zusammen. Von nun an ist in der Musik ein sehr deutlicher, italienischer, ja - römischer Einfluss zu hören.
Vincenzo Albrici und Gioseppe Peranda, die zwischen 1656 und 1680 Hofkapellmeister waren, wurden beide in Rom ausgebildet. Die Neuerungen im musikalischen Leben der Papststadt wurden in Dresden mit dem, von Schütz maßgeblich geprägten, Geistlichen Konzert verwoben und weiterentwickelt. Es entstand das “Concerto con Aria”, ein Genre für das der Dresdner Hof weit über die Grenzen Sachsens hinaus bekannt wurde.
Albici und Peranda waren zwar die Hauptkomponisten für geistliche Musik am Dresdner Hof, doch auch die deutschen Kollegen steuerten Musik bei. So zum Beispiel Constatin Dedekind oder Christoph Bernhard. Der Altist Christoph Bernhard, uns heute vor allem durch sein Traktat “Von der Singekunst und Manier” bekannt ist, war lange Zeit Vizekapellmeister und eine der dominierenden Gestalten in der Hofkapelle. Seine Aufgabe bestand unter anderem darin, die Knaben täglich im Singen zu unterweisen, daher auch seine theoretische “Gesangsschule”. Um den neuen, italienischen Gesangsstil besser kennen zu lernen, unternahm er zwei Studienreisen nach Italien. Eine der beiden Reisen führte ihn mutmaßlich nach Rom zu Carissimi, bei dem Albrici in seiner Jugend als Kapellknabe gesungen hatte. Die andere Reise führte ihn, ähnlich wie Schütz einige Jahre früher, 1656 nach Venedig.
In dieser Zeit gab es einige Konflikte zwischen den deutschen Musiker und den wesentlich besser bezahlten Italienern. Schließlich wurden die Aufgaben geteilt. Während die italienischen Virtuosen die Gestaltung hoher Feiertage und der Sonntagsgottesdienste übernahmen, bildeten die deutschen Musiker die “Kleine deutsche Musik” und waren für Werktage und für die Ripieno-Parts bei großen Werken zuständig. Ganz aus der Welt geschafft werden, konnte der Konflikt damit jedoch nicht. Vor allem, da die italienischen Sänger beinahe ausschließlich Katholiken waren, was im protestantischen Dresden nicht gerne gesehen war. Wohl auch wegen dieser Konflikte verließ Bernhard 1663 Dresden und übernahm die Stelle des Kirchenmusikdirektors und Kantor an der St. Johannisschule in Hamburg. Mit dem dortigen Organisten Matthias Weckmann, der unter Schütz Kapellknabe am Dresdner Hof gewesen war, verbanden ihn enge freundschaftliche Beziehungen. Weckmann gab sogar einige seiner eignen Kompositionen als Bernhards aus, um seine Bekanntheit in Hamburg zu steigern und ihm so das Bewerbungsverfahren zu erleichtern. Nach dem Tod Weckmanns kehrte Bernhard an den Dresdner Hof zurück und war nun auch für die Erziehung der Prinzen zuständig. 1680 , nach der Entlassung der italienischen Musiker, wird Bernhard Hofkapellmeister und bleibt es bis zu seinem Tod 1692.
Der in Mantua geborene Carlo Farina kam bereits 1625 unter Heinrich Schütz nach Dresden. Dort war er nicht nur Geiger in der Hofkapelle, sondern auch für die Unterweisung der Knaben im Violinspiel zuständig. Farina gilt als einer der bedeutendsten Violinvirtuosen des 17.Jahrhunderts. Sein Wirken beeinflusste viele der “großen” Geiger nördlich der Alpen. D.Cramer, Joh. Schopp (d.Ä.), Joh. H. Schmelzer, H. I. Fr. Biber- um nur einige Namen zu nennen.
Auch Johann Vierdanck war Schüler Farinas und Kapellknabe unter Heinrich Schütz, der ihn lobend erwähnt. Neben seinen geistlichen Konzerten, die von Schützs Kompositionen beeinflusst sind, veröffentlichte er auch Instrumentalmusik. Vor allem das 25. Capriccio ist wahrscheinlich von den Kompositionen seines Lehrers Farina inspiriert.
In diesem Programm möchten wir die bewegten Zeiten der Hofkapelle des 17.Jh mit ihren Kapellmeistern, Musikern, Sängern und Schülern beleuchten. Ein protestantischer Kurfürstenhof, voller katholischer, Musiker. Ein Experimentierfeld, auf dem sich die neusten, römisch-katholischen Entwicklungen mit der deutschen, lutherischen Musiktradition mischen und der mitteleuropäischen Musik eine neue Richtung geben. Musik, so vielfältig und farbenfroh, wie die Musikerpersönlichkeiten. Und eine Zeit voller Aufbruchsstimmung; zwischen dem 30-Jährigen Krieg - geprägt von Leid und Elend -und dem europäischen Spätbarock, der prunkvoller kaum hätte sein können

Wir bedanken uns sehr herzlich beim Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stadt (Schweiz), Abteilung Kultur und bei Frau und Herrn Marina und Pieter Meijer, Therwil (Schweiz).

Ganz besonders herzlich danken wir Herrn Dr. Peter Reidemeister (Basel) für die wertschätzende Zusammenarbeit und großartige Unterstützung.





Dienstag, 16. April 2019, 14.30 und 19.30 Uhr
206. Veranstaltung

“ich zieh dahin mein Straßen” - unterwegs durch Europas Mittelalter

Silke Gwendolyn Schulze (Basel) - Einhandflöte und Trommel/Triangel, Schalmei, Flöten, Doucaine

Unzählige Melodien und ein Bündel Instrumente - so könnte man das Gepäck unseres mittelalterlichen Pfeifers beschreiben, mit welchem er zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert durch die Lande zog. Vielleicht war er im Gefolge eines Fürsten unterwegs, oder er wurde von seinem König als musikalischer Gruss in ein anderes Land vorausgeschickt. Vielleicht kam er durch einen Musikeraustausch an einen anderen Hof, vielleicht war er aber auch freiberuflich unterwegs und zog auf der Suche nach einer Anstellung von Hof zu Hof.
Jahrmärkte, fürstliche Hochzeiten, Hof- und Reichstagssitzungen, Konzile und Turniere zogen Spielleute an, und es entstanden in der Folge grosse Musiker-Zusammenkünfte. Ebenso zählten Pilgerwege und Wallfahrtsorte zu den Treffpunkten von Menestrels aus aller Herren Länder. So fand sicher ein reger Austausch statt: unser Pfeifer traf auf seine Kollegen, denen er seine Lieder präsentierte, und er schnappte neue Melodien auf, welche er in sein Repertoire aufnahm und für seine Zwecke arrangierte.
Dieses Konzert präsentiert das vielfältige Instrumentarium und das ebenso reiche wie unterschiedliche Repertoire eines mittelalterlichen Pfeifers. Verschiedene Farben und Akzente werden sowohl durch die abwechslungsreichen Klänge der teils selten gehörten und wiederentdeckten Instrumente des Mittelalters erreicht, als auch durch neue, eigens für diese Instrumente adaptierte Arrangements - so wie es ein mittelalterlicher Pfeifer getan hätte. Musik aus dem Manuscrit du Roi, dem Chansonnier de Valliere, London BL Add. 29987 sowie aus der Sammlung der Cantigas de Santa Maria, von Guillaume de Machaut, Jehan Erart, Beatriz de Dia, Guirut Riquier, Gherardello da Firenze u.a.

Silke Gwendolyn Schulze (1983) wuchs in einer kleinen deutschen Stadt im Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz auf. Sie studierte Blockflöte, Dulzian, Schalmei sowie Einhandflöte und Trommel an den Musikhochschulen in Bremen, Brüssel, Basel und Lyon, u.a. bei Han Tol, Christian Beuse, Ian Harrison, Pierre Hamon und Corina Marti. Mit Ensembles wie Weserrenaissance, der Compagnie Renaidanse, dem European Union Baroque Orchestra (EUBO), Cantar Lontano, La Grande Chapelle, La Morra oder ihren eigenen Ensembles quidni, vuenv und Mandragora spielte sie Konzerte in Deutschland, Schweden, Österreich, Frankreich, Polen, Irland, Belgien, der Schweiz, Italien, Spanien, Kolumbien und auf Zypern. Neben ihrer Leidenschaft für die Doppelrohrblattinstrumente der Renaissance interessiert sich Silke besonders für “exotische” Blasinstrumente des Mittelalters wie beispielsweise Doppelflöte oder Einhandflöte und Trommel, sowie für die Rekonstruktion eines möglichen Repertoires dieser Instrumente. Wenn sie gerade nicht eines ihrer vielen Instrumente spielt, spürt sie neue Abbildungen für ihre Einhandflöte- und Trommel- Ikonographiesammlung auf, unterrichtet Blockflöte und Alta Capella an begeisterte Spieler zwischen 5 und 75 Jahren oder trainiert die japanische Kampfkunst Aikido.

Pilgerreisen: Die Wettiner im Heiligen Land
Kunstbetrachtung mit Dr. Andre Thieme, Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen

Wilhelm der Tapfere, Albrecht der Beherzte, Friedrich der Weise - immer wieder brachen Wettiner im späten 15. Jahrhundert ins Heilige Land auf. Die aufwändige, mehrere Monate dauernde Pilgerfahrt war zugleich Abenteuerreise und Bewährungsprobe, vor allem aber die Begegnung mit einer dem christlichen Europa so fremden Welt. Die Kunstbetrachtung blickt auf Hintergr¨nde, Stationen und Folgen der wettinischen Pilgerreisen und bringt ein oft vergessenes Kapitel mittelalterlicher Geschichte zurück.


www.silke-gwendolyn-schulze.com



Dienstag, 14. Mai 2019, 14.30 und 19.30 Uhr
207. Veranstaltung

Warum lächelt Mona Lisa?
Musik zum 500. Todesjahr Leonardo da Vincis

June Telltexea - Sopran
Thomas Friedlaender - Zink und Perkussion
Andreas Arend - Laute und Rezitation

Musik von Gilles Binchois (ca. 1400-1460), Johannes Ockeghem (um 1420-1497), Josquin des Prez (1440-1521), Marchetto Cara (ca. 1465-1525), Bartolomeo Tromboncino (ca. 1470 - nach 1535), Heinrich Isaak (1450-1517), Andreas Arend u.a.

Leonardo da Vinci (15. April 1452 - 2. Mai 1519) war ein italienischer Maler, Bildhauer, Architekt, Anatom, Mechaniker, Ingenieur und Naturphilosoph. Er gilt als einer der berühmtesten Universalgelehrten aller Zeiten.

Giorgio Vasari, der Biograph der großen Maler der Renaissance, berichtet 1550 davon, wie Leonardo da Vinci seinem Modell Musik vorspielen ließ, um der gewöhnlichen Melancholie von Portraitbildern zu entgehen.

In unserem Konzert werden wir uns auf die Suche machen nach jenen Klängen, die es vielleicht gewesen sein könnten. Die Abbildung der berühmt-rätselhaften Mona Lisa (leider nicht das Original!) steht während des Konzertes auf einer Staffelei und betrachtet das Publikum und die Musiker – lächelt sie immer gleich?

Auf den Notenpulten liegen Werke von Menschen aus dem Umfeld des Meisters, geistliche Musik von großen Komponisten wie Josquin des Prez, aber auch Lieder von der Straße, sogenannte “Frottole” oder Karnevalslieder, wie sie damals in Italien populär waren. Schließlich werden wir uns auf das Wagnis einlassen, Leonardo da Vincis Bild in Musik zurückzuübersetzen. Einige Ausschnitte oder Passagen des Bildes werden uns dabei als Partitur dienen ... – lächelt sie jetzt immer noch?





Dienstag, 11. Juni 2019, 14.30 und 19.30 Uhr
208. Veranstaltung

Bitte Ruhe, das wächst!
Ein Wandelkonzert vom Palais zum Parktheater
zum Thema Mensch-Natur

Kooperation mit der Veranstaltungsreihe "Mensch & Natur" von KlangNetz Dresden e.V. und dem Deutschen Hygiene-Museum Dresden

AUDITIVVOKAL DRESDEN

Anna Palimina, Katharina Salden, Alexander Bischoff, Jonas Finger, Cornelius Uhle, Stefan Kunath - Gesang
Olaf Katzer - Leitung

Was:
Alfred Jimenez, dear Ape (UA 05/2019 in Barcelona), für Sopran und Bass
Max E. Keller, Silence, ca pousse (2016), für Vokalquartett und Gartengerüte
Manuel S. Garcia, Neues Werk (UA 05/2019 in Barcelona), für Sopran und Tenor
Jon Yu, Neues Werk (UA 05/2019 in Barcelona), für Vokalquartett
Alberto Carretero, Neues Werk (Texte von Federico Garcia Lorca) (UA 05/2019 in Barcelona), für STB
Demian Rudel Rey, Neues Werk (UA 05/2019 in Barcelona), für Vokalquartett

Das zeitgenössische Vokalensemble AuditivVokal Dresden wird am 11. Juni 2019 im Palais im Großen Garten im Rahmen der Reihe "Offenes Palais" sowie in Kooperation der Veranstaltungsreihe "Mensch & Natur" von KlangNetz Dresden e.V. dem Dresdner Publikum u.a. fünf neue Werke für solistisches Vokalensemble präsentieren. Die Werke entstehen im Kontext eines internationalen Kompositionskurses, bei dem AuditivVokal Dresden Gastensemble ist, für das diese Werke komponiert werden. Durch das Engagement des Ensembles wird die Entstehung zeitgenössischer Werke für Vokalensemble befördert, die im Vergleich zu instrumentalen Werken immer noch wenig Beachtung findet. Das Konzertprogramm wird erweitert um weitere zeitgenössische Werke und kontrastiert mit Alter Musik, passend zum Thema "Mensch & Natur"
Die Arbeit mit den Komponisten mündet in der Uraufführung der Werke im Rahmen eines Konzertes im Institut Francais in Barcelona im Mai 2019. Die Werke werden – erweitert um zeitgenössische und kontrastiert mit Alter Musik – im Rahmen von Offenes Palais dem Publikum als deutsche Erstaufführung vorgestellt.





DENK- UND SOMMERPAUSE






Dienstag, 8. Oktober 2019, 14.30 und 19.30 Uhr
209. Veranstaltung

in Kooperation mit dem HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST

"Von der himmlischen und der irdischen Liebe"

Werken von Strozzi, Caccini, Monteverdi, Grandi, Marais, Sedulius

Dorothee Mields - Sopran
Andreas Arend - Theorbe
Claas Harders - Viola da gamba

Strozzi, Monteverdi, Caccini, Kapsberger ... - es sind die Trendsetter und Bahnbrecher, die sich in diesem erlesenen kammermusikalischen Programm finden. Wenn dann eine der besten Interpretinnen für die Musik des 17. Jahrhunderts mit ihren nicht weniger exzellenten Musikerkollegen sich dieser Musik widmet, kann das nur zu einem atemberaubenden Erlebnis werden. Dass es dabei auch noch um die Liebe, die himmlische wie die irdische, geht, zeigt nur, wie zeitlos und stets aktuell dieses Thema ist.





Dienstag, 12. November 2019, 14.30 und 19.30 Uhr
210. Veranstaltung

Das Herz der Karawanenstrasse - traditionelle Klänge aus dem Orient

Trio TACHT
Ibrahim Keivo – Gesang, Bouzouki und Oud
Bassem Hawar - Djoze (orientalische Geige)
Thomas Friedlaender - Riq, Daf und Zimbeln (orientalische Perkussion)

Der Klang des Orients wirkt auf uns aus einem Kulturkreis mit fremdartiger Schönheit wie in einem märchenhaften Traum und beginnt schon mit dem Anblick der Instrumente, die aus exotischen Materialien wie Zedernholz, Fischhaut oder Perlmutt kunstvoll erschaffen wurden.

Diese Musik erreicht ihre ausdrucksstarke Wirkung hauptsächlich durch melodische und rhythmische, weniger durch harmonische Mittel. Und so ist der Großteil der arabischen Musik linear einstimmig strukturiert. Das Vorherrschen überwiegend kleinerer Ensembles, die zudem in der arabischen klassischen Musik über den ganzen Kulturraum ähnlich besetzt sind, ist eine der typischen Eigenheiten, welche die drei Musiker in ihrem Programm aufnehmen. Die hochkomplexe Welt der arabischen Rhythmen, die so klangvolle Namen wie "Djordjina", "Samai" oder "Malfuf" tragen, wird dabei ebenso präsentiert wie Musik der Sufis, deren asketische Tendenzen eine spirituelle Orientierung aufweisen, die oft mit dem Wort Mystik bezeichnet wird. Der Name des Ensembles, TACHT, bedeutet Thron und bezeichnet zugleich den bühnenartig erhöhten Ort auf dem in traditioneller Weise die Musiker sitzen, während die Zuhörer zu einer musikalischen Reise in das legendäre Zweistromland, nach Syrien und Ägypten; nach Bagdad, Damaskus und Kairo, an die östlichen Küsten des Mittelmeeres und vor allem nach Aleppo, in das alte Herz der Karawanenstraße, entführt werden.

Das Berliner Aleppo-Zimmer – Einblicke in die Lebenswelt eines Kaufmanns in Aleppo um 1600

Kunstbetrachtung mit Dr. Anke Scharras (Dresden/Doha)

Aleppo war jahrhundertelang eine bedeutende Handelsmetropole und ein Zentrum der Wissenschaften und Künste. Kaufleute, Pilger, Gelehrte, Musiker, Kalligrafen, Handwerker und Gesandte zog es in die Stadt. Noch heute zeugen Struktur und Architektur der Stadt von ihrer eindrucksvollen Geschichte, auch wenn die Bausubstanz durch die jüngsten Ereignisse schwer beschädigt wurde. Einen einzigartigen Einblick in die Lebenswelt eines Aleppiner Kaufmanns aus der Zeit um 1600 erlaubt ein Kunstwerk, das im Museum für Islamische Kunst im Berliner Pergamon-Museum zu bewundern ist: Das Aleppo-Zimmer. Die prächtig mit kostbaren Lackmalereien verzierte Wandvertäfelung zeigt Episoden aus dem Leben Christi und dem Alten Testament ebenso wie höfische Jagd- und Tanzszenen, Gelehrte, Glücksspieler, Ringer und Gaukler. Der Vortrag vermittelt einen Einblick in die faszinierende Welt einer prosperierenden orientalischen Metropole um 1600.

400 Jahre sind nicht spurlos an dem Zimmer vorübergegangen. Die Farbschichten der wertvollen Malereien hatten sich vom Untergrund abgelöst und drohten herabzufallen. Deshalb wurde Paneel um Paneel von einem Restauratorenteam unter Leitung von Dr. Anke Scharrahs bearbeitet, um dieses einzigartige Kunstwerk für die folgenden Generationen zu bewahren. Die Restaurierungsarbeiten erfolgten in zwei Kampagnen 2005/06 und 2016/17. In den 1990er Jahren erforschten die Kunsthistorikerin Julia Gonnella und die Arabistin Claudia Ott die Darstellungen und kalligraphischen Inschriften des Zimmers. Ein ganzes Universum von Geschichten, Gedichten und Sprichwörtern konnte für die Museumsbesucher erschlossen und aufbereitet werden. Heute zieht das Zimmer jedes Jahr zehntausende Besucher an und ist eines der Herzstücke des Museums für Islamische Kunst auf der Berliner Museumsinsel. Die Restauratorin Anke Scharrahs hat neben dem Aleppozimmer auch das Dresdner Damaskuszimmer restauriert und jahrelang in Syrien die Innenausstattung der historischen Wohnhäuser erforscht.





Dienstag, 10. Dezember 2019, 14.30 und 19.30 Uhr
211. Veranstaltung

Es kommt ein Schiff geladen - das Advent-Mitsing-Konzert.
Die schönsten Lieder des Advent zum Mitsingen und in kunstvollen Bearbeitungen

Dorothea Zimmermann - Gesang
Jan Katzschke - Gesang, Orgel und Moderation

Über die Jahrhunderte hinweg entstanden viele uns tief berührende Lieder zur Adventszeit. Die meisten von ihnen erweisen sich bis heute jedes Jahr neu aktuell und begeistern religiöse wie nicht religiöse Menschen - ein Phänomen, das - außer beim Weihnachtsfestkreis - auf kaum ein weiteres Segment der Musikgeschichte in diesem Maße zutreffen dürfte. Fast jeder Liedtext hatte eine sehr persönliche Entstehungsgeschichte, bevor er zum Allgemeingut wurde. Und wenn meisterhafte Melodien sich gleichermaßen zum erhebenden geselligen Singen wie zur Grundlage kunstvoller mehrstimmiger Musik eignen, beides sogar lebendig ineinander greift und die Grenzen verschwimmen, scheint die Musik in einer ihrer lebendigsten Bestimmungen angekommen. Wir laden ein zum gemeinsamen Singen, Hören und (Neu-)Entdecken dieses unermesslichen Reichtums unserer Kultur!





Freitag, 10. Januar 2020, 14.30 und 19.30 Uhr
212. Veranstaltung







Freitag, 7. Februar 2020, 14.30 und 19.30 Uhr
213. Veranstaltung







Freitag, 27. März 2020, 14.30 und 19.30 Uhr
214. Veranstaltung







Freitag, 24. April 2020, 14.30 und 19.30 Uhr
214. Veranstaltung



















ÄNDERUNGEN IM PROGRAMM SIND NICHT BEABSICHTIGT ABER VORBEHALTEN.

Veranstalter: Förderverein Palais Großer Garten e.V.
Konzept und Organisation: Thomas Friedlaender und Marius Winzeler

Wir bedanken uns herzlich für die hervorragende Zusammenarbeit und großartige Unterstützung durch alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle Großer Garten, insbesondere bei Christine Schiebold, Jana Kursave und Hartmut Haupt.

Außerdem bedanken wir uns ebenso herzlich bei Georgia Zwanzig, Dr. Christina Siegfried, Dr. Peter Reidemeister (Basel) und den Mitarbeiterinnen der Bürgerstiftung Dresden.

Herzlicher Dank für freundliche Unterstützung:


Kassensystem Einzelhandel
Kassensystem Einzelhandel



Bürgerstiftung Dresden, Pianohaus Gäbler, Carola Behnisch, Dr. Günter Voigt, Marius Winzeler, Christfried Drescher, Dresdner Volksbank Raiffeisenbank, Müller`s Fahrradladen